Ich schreibe diesen Blog, weil er mir Arbeit abnimmt: Dieselben Fragen wiederholen sich in vielen Gesprächen, und eine mündliche Antwort ist nach zehn Minuten weg. Dass es mir Spaß macht und ich bei jedem Beitrag selbst dazulerne, kommt dazu — der eigentliche Grund ist aber, dass Sie hier in Ruhe nachlesen können, was ich sonst nur einmal sage.
Antworten, die nicht verfallen
Was kostet das? Brauche ich diesen Cookie-Banner überhaupt? Betrifft mich die Sache mit der Barrierefreiheit? Drei Fragen, die ich seit Jahren nahezu wortgleich beantworte.
Ich beantworte sie gern. Aber ich beantworte sie mündlich, in zehn Minuten, und danach ist die Antwort weg. Wer sie abends noch einmal nachlesen möchte, hat nichts in der Hand. Wer sie im Betrieb weitergeben muss, gibt eine Erinnerung weiter.
Ein Beitrag ist ein Link. Er wartet, er lässt sich weiterleiten, er sagt jedes Mal dasselbe, und er ist auch um elf Uhr abends noch da. Das ist bequemer für mich — und für Sie ist es besser, weil Sie in Ruhe lesen können, statt im Gespräch mitzuschreiben.
Erklären hilft mir, dazuzulernen
Das ist der Grund, den ich am wenigsten erwartet hatte, und er ist inzwischen der wichtigste.
Jeder Beitrag schärft meinen Blick auf sein Thema. Zwanzig Jahre Berufserfahrung sind vor allem Routine: Man sieht eine Lösung und weiß, dass sie trägt. Warum sie trägt, muss man im Alltag nie aussprechen — der Kunde fragt nicht danach, und die Arbeit funktioniert auch so.
Beim Schreiben geht das nicht. Ein bloßes „Das macht man so“ reicht nicht: Leserinnen und Leser können nicht direkt nachfragen. Also müssen die Gründe hinter einer Lösung klar benannt, geprüft und verständlich erklärt werden.
Die Texte entstehen im Dialog mit Sprachmodellen wie Claude oder ChatGPT. Wie diese Zusammenarbeit aussieht und welche Regeln dafür gelten, steht in KI-Transparenz: wie diese Beiträge entstehen.
Der Austausch hilft mir, Gedanken genauer zu prüfen und Themen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten, als ich es allein tun würde. Beim Beitrag über Barrierefreiheit wurde mir zum Beispiel klar, dass bereits die Frage „Betrifft mich das Gesetz überhaupt?“ in die falsche Richtung führt. Das hat mich überrascht.
Also recherchiere ich weiter, bis es sich „richtig liest und anfühlt“ — und komme dabei regelmäßig an Stellen, an denen ich meine eigene Gewohnheit zum ersten Mal begründe.
Und ich lerne nicht nur bei den Themen dazu. Beim Schreiben lerne ich auch, mit KI-Werkzeugen umzugehen und einen guten Ablauf für das Verfassen von Texten zu finden.
Dass mir das Spaß macht, gehört zur Wahrheit dazu. Der Blog ist damit nicht nur etwas, das ich für Kunden schreibe. Er ist die Weiterbildung, für die ich sonst keine Zeit hätte.
Es war einmal... angefangen, nicht fortgesetzt
Vor einigen Jahren habe ich schon einmal einen Blog begonnen. Vier Beiträge sind entstanden, jeder mit Sorgfalt geschrieben. Dann kam ein Projekt dazwischen, dann das nächste, dann ein „irgendwas“.
Was danach auf der Seite stand, war kein Blog mehr. Es war eine Ruine. Ein Besucher bemerkt das in wenigen Sekunden: Hier ist seit anderthalb Jahren nichts passiert. Diese Auskunft ist schlechter als gar keine. Eine Website ohne Blog wirkt schlicht — eine mit einem eingeschlafenen wirkt verlassen.
Aufgehört habe ich nicht aus Zeitmangel, jedenfalls nicht nur. Schreiben ist ein eigenes Handwerk und nicht die Nebentätigkeit von jemandem, der Websites baut. Als Entwickler, Web-Designer und Fotograf kann ich beurteilen, ob eine Arbeit gut ist. Bei meinen eigenen Texten konnte ich nur beurteilen, dass sie es nicht waren.
Ein Beitrag, der meinem Anspruch genügte, kostete zwei Tage — zwei Tage, die ein Kundenprojekt nicht hatte. Schlechter veröffentlichen wollte ich nicht. Ein mittelmäßiger Text über gute Websites ist ein Argument gegen den Verfasser. Also habe ich es gelassen. Das war damals richtig.
Was heute anders ist
Geändert hat sich nicht meine Disziplin, sondern die Ausgangslage: Die größte Hürde ist weggefallen — genau die, an der ich gescheitert bin. Der erste Entwurf vor dem leeren Bildschirm, die Recherche, das Ordnen und Überarbeiten von Absätzen. Mein Teil bleibt derselbe: prüfen, ob Aussagen stimmen, ob sie zum Thema passen und ob Kunden daraus wirklich etwas mitnehmen können.
Damit schließt sich für mich eine Lücke. Entwickeln, gestalten, fotografieren: Da sehe ich eine fertige Arbeit an und weiß, ob sie funktioniert und ob sie bei anderen wirkt.
Bei meinen eigenen Texten war die Antwort jahrelang nein. Heute ist sie ja. Zwischen dem, was ich sagen will, und dem, was am Ende dasteht, liegen keine zwei Tage mehr — sondern meine Erfahrung und meine Idee am Anfang, ein KI-Assistent in der Mitte und mein Urteil am Ende. Nur der mittlere Teil ist neu, und seine Bedienung beherrsche ich mit jedem Beitrag ein Stück besser.
Was Sie hier finden — und was nicht
Die Themen stammen alle aus derselben Quelle: aus Fragen, die tatsächlich gestellt wurden.
Was Sie nicht finden werden:
- Keinen Redaktionsplan. Ich verspreche keinen Rhythmus — ich bin kein Verlag. Ein Beitrag erscheint, wenn er fertig ist.
- Keine Branchennachrichten. Was diese Woche neu ist, ist in einem halben Jahr falsch. Hier steht, was in zwei Jahren noch gilt.
- Keine Empfehlungen zu Werkzeugen, die ich nicht selbst benutze.
Drei Beiträge, und Sie wissen, woran Sie sind
Sie können mich lesen, bevor Sie mit mir sprechen. Mein Feld ist umkämpft, von außen sehen alle Angebote gleich aus, und wer sein Handwerk versteht, ist schwer zu erkennen: Startseiten sind darauf gebaut, einen guten Eindruck zu machen, meine eingeschlossen.
Ein Blog ist dafür das ehrlichere Werkzeug, und zwar in beide Richtungen. Sie lesen drei oder vier Beiträge und wissen, wie ich denke, was ich für wichtig halte und wovon ich abrate. Rufen Sie danach an, müssen wir das nicht mehr klären. Und wenn Sie beim dritten Beitrag merken, dass wir nicht zusammenpassen, haben wir beide einen Termin gespart.