Blog
Was kostet eine Website?
Warum zwei Angebote für dasselbe Projekt um den Faktor zehn auseinanderliegen können — und woran Sie erkennen, was Sie tatsächlich bekommen.
Es ist die erste Frage in fast jedem Erstgespräch, und sie ist vollkommen berechtigt. Unangenehm ist nur, dass die ehrliche Antwort zunächst nach einer Ausrede klingt: Das kommt darauf an. Worauf genau es ankommt, lässt sich aber sehr wohl benennen — und wer die vier Faktoren kennt, kann zwei Angebote zum ersten Mal wirklich vergleichen.
Warum die Spanne so groß ist
Der Begriff „Website" beschreibt kein Produkt, sondern eine Bauweise. Zwischen einer Visitenkarte mit drei Seiten und einem Shop mit Warenwirtschaftsanbindung liegt derselbe Unterschied wie zwischen einer Garage und einem Wohnhaus. Beides ist ein Gebäude.
Deshalb sagt ein Preis für sich genommen wenig. Was er bedeutet, entscheidet sich an vier Stellen.
1. Der Umfang
Nicht die Zahl der Seiten ist entscheidend, sondern die Zahl der unterschiedlichen Seiten. Zwanzig Produktseiten nach demselben Muster sind ein Bruchteil der Arbeit von fünf Seiten, die alle anders aufgebaut sind.
2. Die Inhalte
Texte, Bilder und Struktur sind der Teil, der am häufigsten unterschätzt wird. Ein Angebot, das Inhalte stillschweigend beim Kunden lässt, ist nicht günstiger — es ist unvollständig. Die Frage lautet immer:
Wer schreibt die Texte, wer besorgt die Bilder, und wann sind sie da?
3. Die Technik
Ein Baukasten kostet fast nichts und trägt bis zu einer bestimmten Grenze. Darüber hinaus beginnt individuelle Entwicklung — und damit die Frage, wem der Code später gehört.
4. Der Betrieb
Hosting, Updates, Sicherheit, kleine Änderungen: Das läuft weiter, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Wer den laufenden Betrieb im Angebot nicht findet, sollte danach fragen.
Was in einem vergleichbaren Angebot steht
| Position | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Seitenarten statt Seitenzahl | zeigt den tatsächlichen Gestaltungsaufwand |
| Wer liefert die Inhalte | die häufigste versteckte Position |
| Pflegbarkeit | entscheidet über die Folgekosten der nächsten Jahre |
| Rechte am Ergebnis | wem gehören Gestaltung, Code und Domain |
| Betrieb pro Jahr | Hosting, Updates, Erreichbarkeit |
Fehlt eine dieser Zeilen, ist das Angebot nicht günstiger als das andere — es ist nur kürzer.
Drei Fragen, die jedes Angebot beantworten sollte
- Was passiert, wenn ich in zwei Jahren eine neue Seite brauche?
- Kann ich Texte und Bilder selbst ändern, ohne etwas kaputt zu machen?
- Was kostet der Betrieb im Jahr, ohne neue Wünsche?
Die Antworten sagen mehr über die nächsten fünf Jahre aus als jede Summe auf Seite eins.
Und konkret?
Eine seriöse Zahl entsteht erst nach einem Gespräch — vorher ist sie geraten. Was ich Ihnen dafür zusagen kann: Das Erstgespräch kostet nichts, und Sie erhalten danach ein Angebot, in dem jede der oben genannten Zeilen steht. Auch die, nach denen Sie nicht gefragt haben.
Ein sinnvoller Weg bei begrenztem Budget ist ein klarer erster Ausbauschritt: zunächst die Seiten, Inhalte und Funktionen, die für Anfragen oder Verkäufe wirklich nötig sind. Weitere Bereiche lassen sich später ergänzen — vorausgesetzt, Struktur und Technik sind von Anfang an darauf vorbereitet. Das ist etwas anderes, als wichtige Arbeit einfach aus dem Angebot zu streichen.
Achten Sie außerdem darauf, ob ein Angebot Annahmen offen nennt. „Texte werden geliefert“, „Bilder liegen in druckfähiger Qualität vor“ oder „eine Korrekturschleife“ sind keine Kleinigkeiten, sondern Bedingungen für Zeitplan und Preis. Je klarer diese Punkte vor Beginn festgehalten sind, desto seltener entstehen später Kosten, mit denen niemand gerechnet hat.